Fitting, Matching, Toleranz

Die Suche nach dem perfekten Schlägersatz ist ein andauernder Prozess. Hier die wichtigsten Infos rund um das Thema Golfschläger und ein paar Tipps, worauf Sie beim Kauf eines Schlägersets achten sollten.

Wenn es einen Teil der Golfausrüstung gibt, der den spielerischen Erfolg am meisten mitbestimmt, dann ist es das Schlägerset. Doch welche Golfschläger passen zu mir? Welche Marke kommt für mich in Frage? Wie lange müssen die Schläger sein und wie sieht es mit Lie, Loft und Co. aus?

Beim Kauf der Golfschläger auf 3 Dinge achten

Golfer beim Ausholen: Passt der Schläger zum Spieler?

Grundsätzlich unterscheidet man die Golfschläger nach Material und Bauform: Eisen, Holz und Hybrid. Die Vorlieben der Spieler sind unterschiedlich. Manche kommen mit Eisen, andere mit Hölzern besser zurecht. Für schwierige Lagen oder Spezialfälle gibt es auch spezielle Schläger. Jeder Golfer wird mit der Zeit herausfinden, welche und wie viele Schläger er braucht, und sich einen idealen Satz zusammenstellen. Die Spitzenspieler lassen sich ihre Schläger individuell anfertigen - aber auch ambitionierte Amateur-Golfer haben heute gute Möglichkeiten, ein optimales Schlägerset für sich zu finden. Die Experten von Golfschlägerberatung.de nennen drei Dinge, auf die man beim Kauf eines Golfschlägersatzes achten sollte:

  • Fitting: Passt der Schläger zum Golfer?
  • Matching: Passen die Golfschläger zueinander?
  • Toleranz: Verzeiht der Golfschläger-Kopf dem Amateur-Golfer Fehler und Ungenauigkeiten?

Eisen, Hölzer und Hybrids - die Golfschläger-Typen

Die Hölzer werden deswegen so bezeichnet, weil die Schlägerköpfe vor den 80er Jahren tatsächlich aus Holz gefertigt wurden. Der Schlägerkopf weist hier eine sehr große Trefferfläche auf. Die Neigung des Lofts beträgt nur 6 bis 22°, was einen sehr flachen Abschlagwinkel und damit große Weiten erzeugt. Die Hölzer sind hauptsächlich für weitere Schläge auf dem Fairway und den ersten Abschlag gedacht. Daher gehört auch der Driver zu den Hölzern.

Golf-Eisen: Sie ermöglichen gute Kontrolle über den Ball.

 

Die Eisen sind mit einem Neigungswinkel von 15 bis 48° vor allem für die mittleren und kurzen Schläge gedacht. Mit dem im Verhältnis zu den Hölzern kürzeren Schaft bieten die Eisen mehr Kontrolle über den Ball. Sie werden also vor allem dann verwendet, wenn eine Annäherung präzise gespielt werden soll. Die Eisen werden in zehn verschiedenen Größen angeboten, (Eisen 1 bis 10), wobei mit steigender Zahl die Neigung des Kopfes zunimmt. Je größer die Zahl, desto kleiner die zu erreichende Weite. Eine Form der Eisen sind die Wedges. Diese Schläger werden für die Vorbereitungsschläge rund ums Grün oder für schwierige Lagen (wie Bunker) verwendet. Der Schaft ist noch kürzer als bei den klassischen Eisen und die Neigung des Schlägerkopfes variiert zwischen 48 und 62°.

Als Hybrids versteht man, wie die Bezeichnung schon vermuten lässt, eine Mischform aus den „groben“ Hölzern für die langen Schläge und den präziseren Eisen.

Golferin beim Putten: Die Auswahl der Schläger sollte auch an die Körpergröße angepasst sein.Auswahlkriterien: Welcher Golfschläger passt zu mir?

Die Auswahl des geeigneten Golfschlägers und der darauf aufbauende Satz in seiner Zusammenstellung orientieren sich vor allem am Fitting – also daran, ob ein Golfschläger zur eigenen Spielart und zur Technik passt. Fitting bedeutet aber auch, dass die Auswahl an Golfschlägern an die eigene Körpergröße angepasst wird.

1. Die Schwunggeschwindigkeit

Das erste Kriterium beim Golfschläger-Kauf ist die Schwunggeschwindigkeit. Der Schaft des Golfschlägers ist bei den verschiedenen Schlägerarten unterschiedlich lang. Jedoch kann man zwischen fünf verschiedenen Flex wählen. Damit wird die Steifheit des Schaftes und damit sein Einfluss auf die Schlägerkopfgeschwindigkeit bezeichnet. Ein Spieler mit einer hohen Schwunggeschwindigkeit sollte eher einen steiferen Schaft wählen, um die Distanzen besser kontrollieren zu können. Spieler mit einer geringeren Schwunggeschwindigkeit werden durch einen weniger steifen Schaft unterstützt. Dieser beeinflusst die Abschlaggeschwindigkeit dann durch einen „Peitsch-Effekt“.

Die Flex wird in den Größen „Ladies“, „Senior“, „Regular“, „Stiff“ und Extra Stiff“ angegeben. Die Schwunggeschwindigkeit kann im Fachgeschäft gemessen werden. Alternativ kann man auch die eigene Schlagweite bei einem bestimmten Schläger entsprechend vergleichen.

2. Der Schaft

Das zweite Kriterium, auf das man bei der Golfschlägerauswahl achten sollte, ist das Material, aus dem der Schaft hergestellt ist. Grundsätzlich stehen Graphit und Stahl zur Auswahl. Stahl ist günstiger in der Anschaffung und verleiht dem Golfer mehr Kontrolle. Graphit ist etwas teurer, verlagert aber das Abschlaggewicht relativ zum Kopf des Schlägers, da Graphit leichter ist als Stahl. Ambitionierte und athletische Golfer  greifen vielleicht lieber zu Eisenschäften, die anderen Spieler finden in den komfortableren Graphitschäften eine gute Alternative.

Fehlt noch festzustellen, ob der Winkel zwischen Schlägersohle und Schaft passt. Diesen bezeichnet man als Lie. Um das zu testen, stellt man sich einfach mit normalen Golfschuhen hin und lässt die Arme „baumeln“. Beträgt der Abstand zwischen Handwurzel und Boden 85 bis 89 Zentimeter, dann kann man getrost jeden Standardschläger kaufen.

3. Der Loft des Golfschlägers

Das nächste Kriterium für die Auswahl des passenden Golfschlägers ist die Wahl des Lofts. Mit Loft bezeichnet man den Neigungswinkel der Schlagfläche. Dieser variiert von Schläger zu Schläger und ist für den Abflugwinkel und damit für die Länge der Flugbahn entscheidend. Allerdings gibt es für jede Schwunggeschwindigkeit Untergrenzen für den Loft und danach sollte man seine Schlägerauswahl zusammenstellen.

Elf Schläger für die meisten Situationen

Ein durchschnittlich schnell schwingender Mann sollte  mit einem Driver (11 oder 12°), zwei Fairwayhölzern (4er und 7er), zwei Hybrids (23 und 26°), zwei Eisen (5er und 9er), sowie drei Wedges und einem Putter fast alle Spielsituationen meistern können. Für die durchschnittlich schwingende Frau ergibt sich eine Kombination aus einem 15°Driver, zwei Fairwayhölzern (5er und 9er), zwei Hybrids (26 und 29°), zwei Eisen (6er und 9er), ein bis drei Wedges und einem Putter.

Als Anfänger kann man meist mit wesentlich weniger Schlägern auskommen, hier nutzt man meist nur die zwei Eisen, die Wegdes und den Putter. Die längeren Schläge erfüllt man mit einem Hybrid.

Grundsätzlich sollte man sich beim Kauf auch die Zeit zum Probieren lassen. Gerade die Schläger für die weiteren Schläge sollten passen. Hat man sich für Golfschläger entschieden, die nicht zur eigenen Schwunggeschwindigkeit passen, kann man das nicht mehr ausgleichen. Die Folge: Frust und schlechte Ergebnisse.

Vintage-Golfschläger.

 

Golfschläger-Marken: Die Qual der Wahl

Die Auswahl an Marken ist sehr groß und umfangreich. Aufgrund der genannten Kriterien kann man keine Marke für den Spielertyp XY empfehlen. Jeder Schläger hat seine Eigenheiten und jeder Spieler sollte versuchen, mit fachmännischer Beratung und durch Ausprobieren den richtigen Schläger zu finden. Eine falsch getroffene Wahl kann die Lust am Spiel schnell schmälern. Das gilt vor allem für den Drive. Hat man sich den ersten Schlag einmal falsch angewöhnt, wird man sicher trotzdem brauchbare Ergebnisse erzielen. Jedoch begrenzt man die eigenen Möglichkeiten.

Anfangs kann man ruhig lieber Geld in einige wenige gute Schläger investieren, um mit diesen die eigenen Fähigkeiten zu verfeinern. Später, wenn man sein Spielniveau verbessert hat, kann man die Bandbreite der eigenen Schläge dann mit zusätzlichem Equipment erweitern.

 

Bildquellen: SNEHIT/Shutterstock.com | boggy22/iStockphoto.com | mayalain/iStockphoto.com | FlairImages/iStockphoto.com | pixelheadphoto digitalskillet/Shutterstock.com


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